Gespräch mit Mary Gold

Meine Künstlerkollegin Mary Gold hat mich mit ihrer Arbeit "Hochwanderzeit" im Salon Gospodin besucht. Obwohl die Arbeit bereits vor Jahren entstanden ist, feierte sie in meinem Salon Premiere. Manchmal erschaffen wir etwas, was uns sehr am Herzen liegt und sehr persönlich ist und dann ist es gar nicht so leicht es zu zeigen; den richtigen Rahmen zu finden. Ich habe mich total gefreut, dass mein Salon der richtige Rahmen für diese Arbeit war. Worum es genau geht, erfahrt ihr in dieser Gesprächsaufzeichnung. Viel Vergnügen beim Zuhören.

Im Sommer habe ich 10 Künstlerinnen und Künstler mit Arbeiten von sich im Gepäck in mein Atelier zum Künstleraustausch eingeladen. Wir haben einen Tag zusammen verbracht und am Abend die Türen für Gäste geöffnet. Mir war es wichtig wirklich zu sehen, was der andere tut und nicht nur darüber zu reden. In meinen Gesprächen geht es ums Tun und die künstlerischen Arbeiten erzählen viel. Im Salon ging es also nicht nur ums Reden, sondern es gab auch was zum Sehen. Die mitgebrachten Werke haben wir in meinen Lichtschacht und in meinem Arbeitsraum neben meinen Arbeiten und meinen Arbeitsmaterialien angebracht.

Im Sommer habe ich 10 Künstlerinnen und Künstler mit Arbeiten von sich im Gepäck in mein Atelier zum Künstleraustausch eingeladen. Wir haben einen Tag zusammen verbracht und am Abend die Türen für Gäste geöffnet. Mir war es wichtig wirklich zu sehen, was der andere tut und nicht nur darüber zu reden. In meinen Gesprächen geht es ums Tun und die künstlerischen Arbeiten erzählen viel. Im Salon ging es also nicht nur ums Reden, sondern es gab auch was zum Sehen. Die mitgebrachten Werke haben wir in meinen Lichtschacht und in meinem Arbeitsraum neben meinen Arbeiten und meinen Arbeitsmaterialien angebracht.

Kunst Podcast

Teil 1 | Ein Kunstprojekt über das Heiraten

Die Künstlerin Mary Gold war als Gast bei meiner Veranstaltungsreihe SALON GOSPODIN eingeladen und hat dazu eine künstlerische Arbeit mitgebracht. Mary berichtet mir davon, wie sie die der Hochzeitstag in Verbindung mit dem anschießenden Leben auf die idee gebracht haben, die gemeinsame Wanderung in einem künstlerische Projekt aufzugreifen.

Teil 2 | Titel2

Zusammenfassung 2

Teil 5 | Titel3

Zusammenfassung 3

Gespräch mit:
Mary Gold . Nina Gospodin
Aufgenommen am 30.09.2016 | Zuerst publiziert am 07.01.2018 auf www.dusagst.es| Autorin Nina Gospodin


Ich habe das Gespräch als Interview mit Mary Gold aufbereitet. Die hier verwendeten Fragen habe ich im Nachhinein zur Strukturierung hinzugenommen. Ansonsten ist der Text nur minimal für die Lesbarkeit angepasst und entspricht weitgehend dem Wortlaut aus der Aufnahme.

Künstler-Interview mit Mary Gold

Hi Mary, was hast du mitgebracht? Und worum geht es in dem Projekt?

Hi Nina, danke für die Einladung. Die Grundidee oder das Projekt an sich ist eine Art Performance, wobei ich das Wort Performance auch ein bisschen strange finde. Bei Performance denke ich, da muss es doch ein Publikum geben und das gab es ja nicht damals. Die Grundidee war meine Frage nach dem Heiraten gar nicht nach dem verheiratet sein und was das macht, sondern nach dieser Zeremonie und diesem einen Tag, an dem man sich diese schönen Klamotten anzieht und

dann eine fette Party macht. Ich frage mich, wie steht dieser eine Tag und dieser Aufputz in Relation zu dem, was man später gemeinsam erleben wird in einem gemeinsamen Lebensweg.

Ich wollte mir das mit meinem Freund einfach ansehen. Ich habe den also, auch Künstler, damals dann gefragt. Also der ist jetzt nicht so begeistert vom Heiraten, so prinzipiell. Ich habe ihn gefragt ob er bereit wäre mit mir

eine Performance zu machen, die sich so zusammensetzt, dass man Hochzeitsgewand anzieht und mit dem dann ins Gebirge geht und wandert für mehrere Tage. Wandern, um zu schauen, was eben dieses schöne Gewand und dieser Aufputz mit einem gemeinsamen Weg zu tun hat, wie sich das verändert, was man halten kann von diesem Glanz und Glamour und was irgendwie gehen muss oder was transformiert werden kann an dieser Kleidung.

Ist das, wie eine künstlerische Forschungsexpedition, eine Wanderung oder ein Experiment, wie ein Versuch?

Es ist natürlich ein bisschen eine persönliche Note da drin, aber es war natürlich auch eine Art Versuch meinerseits, weil wir damals - ich weiß gar nicht,  wie

lange wir da zusammen waren, ich glaube ein Jahr oder so. Das ist jetzt schon so lange her. Viele Leute heiraten nach einem Jahr ja wirklich. Das hätte ich nie gemacht.

Das kann ja super gut gehen. Ich möchte da nicht judgmental reinfahren und sagen, das kann nicht sein.

Ich habe am Wochenende eine Reality-TV Show gesehen, die hieß „Marriage on first sight“. Diesen Ausgangspunkt von dieser Zeremonie, das habt ihr genommen und das hat diese Fernsehsendung auch.

Ich glaube,  dass diese Zeremonie viele Leute fasziniert. Du hast ja auch diese ganzen kleinen Mädchen, die sich schon ihre Hochzeitskleider ausmalen und ich glaube ja immer wieder, das ist diese Fantasie und dieser Traum einer Hochzeit. Ich glaube, dass die sich nicht ausmalen, wie wird das sein, mit einem Menschen 30-40 Jahre zusammen zu gehen und Dinge gemeinsam zu machen, Scheiße durchleben, geile Sachen zu durchleben. Sondern ich glaube, dass viele da einfach wirklich fixiert sind auf diesen Tag: da bin ich fucking center of this world und alles dreht sich um meine Wünsche - von mir aus auch unsere Wünsche. Aber man kennt ja auch diesen Ausspruch „It’s the bride’s day“. Es ist der Tag, an

 

Ich glaube,  dass diese Zeremonie viele Leute fasziniert. Du hast ja auch diese ganzen kleinen Mädchen, die sich schon ihre Hochzeitskleider ausmalen und ich glaube ja immer wieder, das ist diese Fantasie und dieser Traum einer Hochzeit. Ich glaube, dass die sich nicht ausmalen, wie wird das sein, mit einem Menschen 30-40 Jahre zusammen zu gehen und Dinge gemeinsam zu machen, Scheiße durchleben, geile Sachen zu durchleben. Sondern ich glaube, dass viele da einfach wirklich fixiert sind auf diesen Tag: da bin ich fucking center of this world und alles dreht sich um meine Wünsche - von mir aus auch unsere Wünsche. Aber man kennt ja auch diesen Ausspruch „It’s the bride’s day“. Es ist der Tag, an

Ich glaube,  dass diese Zeremonie viele Leute fasziniert. Du hast ja auch diese ganzen kleinen Mädchen, die sich schon ihre Hochzeitskleider ausmalen und ich glaube ja immer wieder, das ist diese Fantasie und dieser Traum einer Hochzeit. Ich glaube, dass die sich nicht ausmalen, wie wird das sein, mit einem Menschen 30-40 Jahre zusammen zu gehen und Dinge gemeinsam zu machen, Scheiße durchleben, geile Sachen zu durchleben. Sondern ich glaube, dass viele da einfach wirklich fixiert sind auf diesen Tag: da bin ich fucking center of this world und alles dreht sich um meine Wünsche - von mir aus auch unsere Wünsche. Aber man kennt ja auch diesen Ausspruch „It’s the bride’s day“. Es ist der Tag, an

dem die Frauen alles entscheiden.  Ich finde das faszinierend. Ich will auch das gar nicht beurteilen, aber ich finde das ist faszinierend, dass sich da vieles um diesen einen Tag dreht und der ist doch aber eigentlich der Start einer sehr langen Reise. Die ist dann nicht so glamourös und ich glaube, dass das viele auch dann frustriert auf dem Weg, dass man dann plötzlich nicht mehr das geile Kleid an hat und alle sagen eure Liebe ist so schön.

Ich dachte mir damals, was wäre denn, wenn wir das machen. Du hattest nach diesem Experimentalcharakter gefragt und natürlich war das für mich auch eine Art 

Experiment. Zu schauen, was wäre, was passiert, wenn wir jetzt da so herum latschen, Wandern gehen mit dem unterliegenden Gedanken, das ist jetzt symbolhaft für einen wirklichen gemeinsamen Weg. Natürlich war das eine Art Experiment, um zu schauen, wie machen wir das jetzt gemeinsam. Wo zieht es uns hin? Was ist, wenn es gerad scheiße ist? Wird es urtoll? Ja, also ich wollte da schon einiges auch wissen auf einer persönlichen Ebene zwischen meinem Freund und mir und natürlich auch auf einer Metaebene. Die habe ich auf dieses Kleidungsstück oder diese Kleidungsstücke projiziert.

Ihr seid quasi im Hochzeitsgewand, also du im Hochzeitskleider und Christian im Anzug Wandern gegangen vier Tage? Das, was nach diesem Fest kommt, das habt ihr landschaftlich wirklich aufgegriffen, seid ihr begangen?

Genau! Mit Schneefeldern und Geröll, Unten, Mitte, mit Steigung. Das haben wir landschaftlich simuliert. Und der Deal war, wenn man sich selber sowas ausdenkt und ein Kunstprojekt startet, dann kann man natürlich auch seine eigenen Regeln setzen. Der Deal war, Hochzeitskleidung. Im Rucksack sind frische Unterhosen

für die nächsten Tage und was mir wichtig war, weil ich einfach oft in die Berge gehe, festes Schuhwerk. Also da jetzt irgendwie mit dämlichen Hochzeitsstöckeln herumzurennen, sollte ich jemals heiraten würde ich auch dann nicht in Hacken heiraten. Das war mir wichtig, dass wir einfach mit gutem Schuhwerk gehen,

weil ich wusste, ich möchte einfach Höhen und Tiefen durchschreiten können. Es wäre Wahnsinn gewesen mit irgendeinem anderen Schuhwerk. Es war schon anstrengend mit dem Gewand und der Schleppe und dem Unterrock, aber Schuhwerk ist einfach essenziell.

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